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Das iba-System bietet verschiedene Möglichkeiten, um Daten aus Allen-Bradley-Steuerungen, insbesondere über EtherNet/IP, zu erfassen – für unterschiedliche Anforderungen die jeweils passende Lösung.

Das Ethernet Industrial Protocol (EtherNet/IP) ist ein offener Standard für industrielle Netzwerke. EtherNet/IP dient zur Übertragung zyklischer E/A-Daten sowie azyklischer Parameterdaten.
EtherNet/IP wurde von Rockwell Automation mitentwickelt und ist im Umfeld von Allen-Bradley-Steuerungen der etablierte Kommunikationsstandard. EtherNet/IP nutzt das Anwendungsprotokoll CIP (Common Industrial Protocol) und dabei die unterschiedlichen Kommunikationsarten Explicit Messaging und Implicit Messaging. Explicit Messaging wird für Daten verwendet, die nicht in Echtzeit übertragen werden. Explicit Messaging verwendet TCP. Implicit Messaging wird oft auch als „I/O“ bezeichnet, ist zeitkritisch und wird für Echtzeit-Datenaustausch genutzt. Implicit Messaging verwendet UDP und unterstützt Multicast oder Unicast.
Das ibaPDA-System bietet mehrere Möglichkeiten, um Daten aus Steuerungen über EtherNet/IP zu erfassen.
Welcher Weg am besten geeignet ist, richtet sich u. a. danach, wie schnell die Daten erfasst werden müssen, ob eine zyklusgenaue Aufzeichnung erforderlich ist und welche Hardware vorhanden ist. Darüber hinaus bieten die Xplorer-Schnittstellen die Möglichkeit, Signale ohne Programmieraufwand über einen Symbol-Browser auszuwählen. ibaPDA kann auf einem PC laufen oder auf den Stand-alone-Geräten ibaDAQ-C und ibaDAQ.
Müssen Daten schnell und zyklusgenau erfasst werden, kann die Anbindung der Steuerung mit dem Busmonitor ibaBM- ENetIP erfolgen. Der Busmonitor erfasst den zyklischen Datenaustausch zwischen EtherNet/ IP-Scanner und Adaptern. Das Gerät kann in ein bestehendes EtherNet/IPNetzwerk mit einem oder mehreren EtherNet/IP- Scannern integriert werden. Der Busmonitor ibaBM-ENetIP lässt sich mit der TAP-Schnittstelle rückwirkungsfrei in einem Ether- Net/IP-Netzwerk betreiben.
Die Kommunikationsschnittstelle ibaPDA-Interface-EtherNet/ IP bietet in ibaPDA unterschiedliche Module zur Erfassung von Daten aus den Steuerungen. Je nach ausgewähltem Modul agiert ibaPDA als ein Gerät, das passiv auf Verbindungen von einem Scanner wartet oder als ein Scanner, der aktiv die Verbindungen aufbaut. Die Werte, die aufgezeichnet werden sollen, müssen in der Steuerung programmiert werden und vom Programm der Steuerung verschickt werden. Jede Änderung der Werte erfordert eine Programmänderung.
Bei Nutzung des Modultyps I/O agiert ibaPDA wie ein I/O-Adapter oder Feldgerät. Die Steuerung fungiert als EtherNet/IP-Scanner. Es wird nur Implicit Messaging angewendet. ibaPDA wartet passiv auf den Verbindungsaufbau durch die Steuerung und die Übertragung der Daten.
Bei der Nutzung des Modultyps Produced Tags agiert ibaPDA als Tag Consumer, die Steuerung als Tag Producer. ibaPDA ermöglicht das Auslesen und die Übernahme der Konfiguration der zur Verfügung stehenden „Produced Tags“. Die Daten werden schließlich per Implicit Messaging übertragen.
Bei Nutzung des Modultyps I/O-Scanner agiert ibaPDA wie ein Scanner und baut die Verbindung zu einem Feldgerät auf. Bei solchen Geräten handelt es sich üblicherweise um Remote I/OUnits oder Messgeräte. Die Daten vom Gerät werden schließlich per Implicit Messaging übertragen.
Mit Hilfe spezieller iba-Lösungen lässt sich der Programmieraufwand jedoch vermeiden: Mit der Xplorer-Schnittstelle können die Messwerte über ein Adressbuch flexibel per Mausklick ausgewählt werden. Darüber hinaus können die aufzuzeichnenden Werte ohne Eingriff in die Programmierung bei laufender Steuerung geändert werden.
Mit der Logix-Xplorer-Schnittstelle lässt sich eine sehr einfache und kostengünstige Ankopplung an Allen-Bradley-Systeme realisieren. Die Xplorer-Schnittstelle ermöglicht den wahlfreien Zugriff auf interne Daten einer Steuerung. Es werden die Standard-Mechanismen der Steuerung genutzt, zusätzliche Hardware ist nicht erforderlich. Die Messwerte werden zyklisch angefordert und von der Steuerung im so genannten Polling- Verfahren beantwortet. Die Erfassung ist nicht zyklusgenau, da die Daten erst von der Steuerung gesendet werden, wenn die Anforderung bearbeitet werden kann.
Mit der Schnittstelle Logix-Xplorer können Daten aus den Steuerungen ControlLogix, GuardLogix, CompactLogix, SoftLogix und FlexLogix erfasst werden. MicroLogix Steuerungen werden von der Schnittstelle ibaPDAInterface- AB-Xplorer unterstützt.
Darüber hinaus stehen weitere Xplorer-Schnittstellen für viele Steuerungssysteme zur Verfügung: für SIMATIC, ABB, B&R, Bachmann M1, CODESYS-V2 und V3, Mitsubishi MELSEC, OMRON, SIGMATEK sowie Beckhoff TwinCAT-Steuerungen.
Die Xplorer-Schnittstellen sind in einem Bundle für ibaPDA erhältlich, können aber auch einzeln lizenziert werden. Das Bundle steht auch als kostengünstige Einstiegslösung zur Verfügung, die sich z. B. ideal für die effiziente Fehlersuche bei der Inbetriebnahme eignet: ibaPDA-PLC-Xplorer bietet die volle ibaPDA-Funktionalität für bis zu 64 Signale.
| Anforderung | iba-Schnittstelle | Beispiel |
|---|---|---|
| ibaBM-ENetIP ibaPDA-Interface-Ethernet/IP |
|
| ibaPDA-Interface-Logix-Xplorer |
|
Für die zyklusgenaue Datenerfassung in EtherNet/IP-basierten Umgebungen wird häufig der Busmonitor ibaBM-ENetIP eingesetzt, der den zyklischen Datenaustausch zwischen Scanner und Adaptern direkt im Netzwerk erfasst. Alternativ ermöglicht auch das Modul ibaPDA-Interface-EtherNet/IP eine deterministische Übertragung über Implicit Messaging, sofern die Steuerung die Daten entsprechend bereitstellt. Diese Ansätze stellen sicher, dass hochdynamische Prozesssignale synchron und mit minimaler Latenz aufgezeichnet werden. Dadurch entsteht eine präzise Datengrundlage für Echtzeitdiagnose und Prozessanalyse.
Die flexible Erfassung aus EtherNet/IP-Steuerungen ermöglicht eine anwendungsabhängige Wahl zwischen zyklusgenauer und softwarebasierter Datenakquise. Mit ibaPDA können Daten entweder über Hardware wie ibaBM-ENetIP oder über Softwaremodule verarbeitet werden, wodurch sich Systeme sowohl für hochdynamische Regelungen als auch für langfristige Prozessanalysen eignen. Diese Flexibilität verbessert die Transparenz in Produktionsprozessen und unterstützt eine zuverlässige Zustandsüberwachung sowie Fehleranalyse.
Für Allen-Bradley-Steuerungen kann die Datenerfassung ohne Eingriff in die SPS-Programmierung über die Xplorer-Schnittstelle oder die Logix-Xplorer-Lösung erfolgen. Dabei werden interne Variablen über einen Symbol-Browser ausgelesen, ohne dass zusätzliche PLC-Codebausteine erforderlich sind. ibaPDA nutzt dabei Standardkommunikationsmechanismen wie Polling, wodurch Signale flexibel während des laufenden Betriebs angepasst werden können und die Inbetriebnahme deutlich vereinfacht wird.
Die Wahl zwischen Explicit und Implicit Messaging beeinflusst maßgeblich die Aktualität und Genauigkeit der erfassten Prozessdaten. Während Explicit Messaging über TCP für nicht zeitkritische Parameter genutzt wird, stellt Implicit Messaging über UDP die Echtzeitfähigkeit für zyklische E/A-Daten sicher. ibaPDA berücksichtigt diese Unterschiede durch passende Schnittstellenmodule und ermöglicht damit eine zuverlässige Korrelation von Steuerungs- und Prozessdaten in Abhängigkeit der Anwendung.
Skalierbare Datenerfassung in Allen-Bradley-Umgebungen wird durch die Kombination aus Software-Schnittstellen und Xplorer-Technologie erreicht. Während der Busmonitor ibaBM-ENetIP für hochpräzise, zyklusgenaue Messungen eingesetzt wird, bieten Logix-Xplorer und EtherNet/IP-Interfaces eine kosteneffiziente Alternative für flexiblere Anwendungen. Diese Kombination ermöglicht es, unterschiedliche Anforderungen von schnellen Regelkreisen bis hin zu langfristiger Prozessbeobachtung mit einer einheitlichen Plattform abzudecken.