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Die Herstellung von Flachprodukten erfolgt in mehreren Prozessschritten, die zeitlich jedoch nicht unmittelbar aufeinander folgen. Einzelne Produkte (sogenannte Coils) müssen zwischengelagert werden. Bei der Markierung, der Lagerung oder auch Zuführung zum nächsten Prozessschritt können Fehler auftreten bzw. es kann zu Verwechslungen kommen. Ein verwechseltes Coil läuft im nächsten Prozessschritt unter „falscher Identität“ und wird unter Umständen fehlerhaft bearbeitet.
Um solche Verwechslungen zu erkennen, wurde ein messdatenbasiertes Verfahren entwickelt, das Coils anhand ihrer geometrischen Eigenschaften wie Dicke und Breite eindeutig identifiziert – ähnlich dem menschlichen Fingerabdruck.
Voraussetzung ist, dass die Coil-Geometrien jeweils am Ende des Vorgänger- und Anfang des Nachfolgeprozesses mit ausreichender Längenauflösung (besser als 10cm) gemessen werden. Aus den gemessenen Geometriedaten werden mithilfe mathematischer Verfahren lokale Charakteristika (sogenannte Features) extrahiert, mit denen sich dann zusammengehörende Messungen von Coils sicher und sehr schnell identifizieren lassen.
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Wir können anhand der geometrischen Eigenschaften wie Dicke und Breite ein Coil eindeutig identifizieren und somit Verwechsler ausschließen.
Detlef Maaß
Produktmanager, iba AG
Das beschriebene Verfahren und die mathematischen Algorithmen wurden in das Produkt ibaDatawyzer-ICC (Inline Coil-tracking Certifier) integriert.
s wertet die mit ibaPDA aufgezeichneten Daten automatisch aus und extrahiert die wesentlichen Parameter in eine Datenbank (prozentuale Sicherheit der Identität, relative Lageinformationen wie Streckung und Verschiebung, …). Optional können auch Zertifikate generiert werden.
Nicht hinreichend übereinstimmende Coils werden farbig (Ampelfunktion – gelb) dargestellt. Wird darüber hinaus das passende Coil in der Datenbank gefunden (Ampelfunktion – rot), kann eine frei konfigurierbare Folgeaktion ausgelöst werden. Im Normalfall wird ein pdf-Report erzeugt und per Email versendet. Die offene DB-Struktur des Systems ermöglicht aber auch eine einfache Daten-Integration z.B. in MES-Systeme.
Coilverwechslungen lassen sich zeitnah erkennen, so dass Korrekturmaßnahmen (Sperrungen, Korrektur der Markierung, …) eingeleitet werden können. Das Risiko der Auslieferung falscher Coils wird minimiert.
Eine automatisierte Coil-Identifikation basiert auf der kontinuierlichen Erfassung geometrischer Merkmale wie Dicke und Breite über mehrere Prozessstufen hinweg. Mit ibaPDA werden diese Messdaten zeitsynchron erfasst und an nachgelagerte Auswertelogik übergeben. ibaDatawyzer-ICC extrahiert daraus charakteristische Features und gleicht diese zwischen aufeinanderfolgenden Prozessschritten ab. Dadurch lassen sich Coil-Verwechslungen frühzeitig erkennen und fehlerhafte Weiterverarbeitung vermeiden.
Die Identifikation erfolgt ausschließlich über die physikalischen Eigenschaften des Materials, insbesondere über hochauflösende Dicken- und Breitenprofile. Diese werden mit ibaPDA entlang des gesamten Produktionsprozesses erfasst und in eine Datenbank überführt. ibaDatawyzer-ICC berechnet daraus charakteristische Merkmalsvektoren, die wie ein digitaler Fingerabdruck jedes Coil eindeutig beschreiben. Dadurch wird keine zusätzliche externe Markierung benötigt.
Durch den kontinuierlichen Vergleich aktueller Messdaten mit historischen Coil-Profilen können Abweichungen unmittelbar erkannt werden. ibaDatawyzer-ICC bewertet dabei die Übereinstimmung zwischen Soll- und Ist-Profilen und klassifiziert diese über eine Ampellogik. Bei Unsicherheiten oder Fehlzuordnungen werden automatisch definierte Folgeaktionen ausgelöst, wie z. B. Sperrungen oder Report-Generierung. Dies ermöglicht eine schnelle Reaktion direkt im laufenden Prozess.
Eine hohe räumliche und zeitliche Auflösung der Messdaten ist entscheidend, um eindeutige geometrische Merkmale jedes Coils zu extrahieren. Mit ibaPDA werden Prozessdaten mit ausreichender Längenauflösung erfasst, sodass lokale Charakteristika stabil berechnet werden können. Diese bilden die Grundlage für eine robuste Identifikation auch bei Prozessschwankungen. Dadurch wird eine zuverlässige Rückverfolgbarkeit über mehrere Prozessstufen hinweg gewährleistet.
Die Integration erfolgt über eine offene Datenbankstruktur, in die ibaDatawyzer-ICC die analysierten Coil-Features sowie Zuordnungsinformationen schreibt. ibaPDA liefert die Rohdatenbasis, während die Auswertung automatisch in strukturierte Datensätze überführt wird. Diese können sowohl für Reports als auch für MES- oder Qualitätssysteme genutzt werden. Dadurch entsteht eine durchgängige Verbindung zwischen Prozessdatenerfassung und IT-gestützter Produktionssteuerung.